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Sanierungslösungen für großflächige und tiefe Umweltkontaminationen

Die weltweiten Belastungen von Böden und Grundwasser durch Industriechemikalien, PFAS, Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle haben ein Niveau erreicht, bei dem klassische Sanierungsmethoden, wie Bodenaushub und hydraulische Sicherungsmaßnahmen, zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Es gibt in Mitteleuropa schlichtweg nicht genügend Deponieraum, um die Gesamtmasse an kontaminierten Böden aufzunehmen, die nachweislich schadstoffbehaftet sind.

Für die Sanierung kontaminierter Flächen im zweistelligen Hektarbereich bieten sich unsere biologischen und kombinierten biologisch/chemischen Sanierungsverfahren an. Die hierfür notwendigen Wirkstoffe/Reagenzien sind sehr kostengünstig und somit für die Sanierung großflächiger Umweltkontaminationen besonders geeignet.

Herausforderungen

  • hohe Kosten und Zeitaufwand bei Bodenaushub
  • steigende Deponierungskosten und verfügbarer Deponieraum
  • komplexe Ausbreitungsmuster
  • Bodenbehandlung bis in große Tiefen mit langen Projektlaufzeiten
  • sensible Schutzgüter
  • hoher Abstimmungsbedarf mit Behörden
  • Nutzungseinschränkungen am Standort

Unser Lösungsansatz

  1. Schadensbild und Pfade verstehen
  2. Standortangepasste Sanierungsstrategie entwickeln
  3. Machbarkeit der Sanierungsstrategie im Labor und am Standort nachweisen
  4. Technische Maßnahmen umsetzen
  5. Wirkung nachweisen und überwachen

Bilderquelle: Evonik Industries

Projektbeispiel

Ausgangslage

Der Pioneer Park in Hanau, ein ehemaliges Kasernengelände der U.S Army, wird zu einem Wohngebiet für rund 5.000 Menschen umgestaltet.
Auf dem Gelände wurden jahrzehntelang leichtflüchtige Chlorkohlenwasserstoffe (LCKW) in der Textilreinigung oder zum Säubern von Maschinen verwendet. Dieser Umgang mit LCKW hat in der Vergangenheit zu Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers geführt.

Herausforderung

Die Untersuchung ergab, dass das Grundwasser unter dem ehemaligen Wäschereigebäude und dem früheren Werkstattbereich von Ost nach West fließt. Dabei breitete sich die LCKW-Schadstofffahne als unterirdische Kontamination über das Kasernengelände hinaus aus. Der belastete Bereich war mit rund 11.000 Quadratmetern deutlich größer als ein Fußballfeld und bis zu 15 Meter tief.
Konventionelle Verfahren wie Aushub oder das Abpumpen und Behandeln von kontaminiertem Grundwasser wären in diesem Fall entweder unwirtschaftlich oder nicht effektiv genug gewesen.

Lösung

Zum Einsatz kam stattdessen ein In-situ-Sanierungsverfahren, bei dem ein chemisch- und biologischer Abbau von LCKW initiiert wurde. Als Wirkstoff diente das EHC-Reagent unseres Projektpartners Evonik Active Oxygens, welches aus Eisenpulver und kohlenstoffhaltigen pflanzlichen Fasern besteht. Das Reagenz aktiviert im Untergrund biochemische Prozesse, bei denen die LCKW abgebaut werden. Über Injektionsbohrungen mittels unseres TSE®-Verfahrens (Targeted Solids Emplacement) konnte der pulverförmige Feststoff EHC gleichmäßig im kontaminierten Untergrund injiziert werden. 

Ergebnis

Nach weniger als 6 Monaten regelmäßiger Überwachung sind im gesamten belasteten Areal kaum noch LCKW-Gehalte im Grundwasser nachweisbar. Als Abbauprodukte verbleiben nur noch unbedenkliche Kohlenstoffverbindungen, Chlorid und Wasser.

Die In‑situ‑Sanierung mit EHC Reagent erwies sich als deutlich umweltfreundlicher als konventionelle Methoden: Sie reduzierte CO₂‑Emissionen im Vergleich zu Aushub oder Pump‑and‑Treat um 70–90 %. Zudem konnten durch diese Sanierungsmaßnahme zwei Drittel der Behandlungskosten im Vergleich zu einem Aushub eingespart werden. Für den Einsatz wurde das Projekt mit dem Brownfield Award 2024 in der Kategorie „Besonders nachhaltig“ mit dem dritten Platz ausgezeichnet.

Details der erfolgreichen großflächigen In-situ-Sanierung: Referenzprojekt ansehen

Prozess-Schritte zum Sanierungserfolg

Lassen Sie uns die Kontamination an Ihrem Standort einordnen

Für jeden individuellen Standort gibt es die passenden Sanierungsmaßnahmen – egal in welcher Dimension. Wir entwickeln für Ihr Anliegen das erforderliche Maßnahmenpaket für eine erfolgreiche Sanierung.