- Schadstoffe in schwer zugänglichen, geologischen Strukturen
- Extrem hohe Kosten für Bodenaushub
- Geologische Barrierestrukturen sollen erhalten bleiben
- Komplexe Ausbreitungsmuster der Schadstoffe
- Sensibles Schutzgut Grundwasser in tieferen Schichten
In-situ-Schadstoffsanierung in geologisch schwierigen und komplexen Untergründen
In schwierigen Untergründen wie Festgestein, Ton, Lehm oder stark geschichteten Mergelstrukturen stellt die Schadstoffsanierung für viele Standorte eine zentrale Herausforderung dar.
In diesen geologischen Formationen verteilen sich Schadstoffe häufig in Bereichen, die hydraulisch oder pneumatisch nicht oder nur extrem langsam zu durchdringen sind. Klassische In-situ-Sanierungsverfahren stoßen hier schnell an ihre Grenzen, weil die benötigten Wirkstoffe und Reagenzien im Untergrund nicht effizient genug verteilt werden können. Dadurch kommt es dann nicht zu einer ausreichenden Kontaktaufnahme zwischen Schadstoff und Wirkstoff. Auch klassische Bodenaustauschverfahren stoßen hier an ihre Machbarkeitsgrenzen, weil kontaminiertes Gestein nicht wirtschaftlich entfernt werden kann und kontaminierte Ton- bzw. Lehmböden aufgrund ihrer trotzdem noch vorhandenen Schadstoff-Barrierefunktion für tiefere Grundwasserleiter nicht entfernt werden sollen.
Um diese geologischen Hürden zu überwinden, hat Sensatec ein Verfahren entwickelt, das genau an diesem Punkt ansetzt: Mit unserem TSE®-Verfahren gelingt es uns, biologische oder chemische Wirkstoffe gezielt dort im Untergrund zu platzieren, wo natürliche geologische Barrierestrukturen eine wirksame Verteilung verhindern.
Durch die Kombination aus minimalinvasiver Technik, geologischem Know-how und einer hohen Ausführungsqualität tragen wir dazu bei, Standorte auch unter komplexen Bedingungen langfristig zu sichern, ihre Funktionsfähigkeit zu stärken und sie für kommende Anforderungen vorzubereiten.
Herausforderungen
Unser Lösungsansatz
- Schadensbild und Pfade verstehen
- Standortspezifische Sanierungsstrategie entwickeln
- Machbarkeit in Labor und am Standort nachweisen
- Technische Maßnahmen im Großmaßstab umsetzen
- Wirkung überwachen und nachweisen
Projektbeispiel
Ausgangslage
Am Standort einer ehemaligen Weberei und Färberei in Nordrhein Westfalen wurde seit 2003 eine LCKW-Grundwasserverunreinigung durch eine Pump-and-Treat-Maßnahme gesichert und saniert.
Nachdem die Grundwasserförderung in den ersten Jahren zu einem deutlichen Schadstoffrückgang geführt hatte, wurden nach wenigen Jahren Betrieb ein stabiles, aber immer noch deutlich zu hohes LCKW-Konzentrationsniveau im Grundwasser festgestellt. LCKW lösten sich dabei aus den stark schadstoffhaltigen Schluff- und Mergelstrukturen unterhalb des Grundwasserleiters heraus und sorgten so für eine kontinuierliche Nachlieferung von Schadstoffen in den Grundwasserleiter selbst.
Aufgrund der LCKW-Nachlöseprozesse aus diesen Speicherstrukturen verblieben die LCKW-Konzentrationen im Grundwasser auf hohem Niveau und verhinderten eine Einstellung der hydraulischen Sanierungs-/Sicherungsmaßnahmen.
Herausforderung
Die Gemeinde setzte darauf, die hohen Betriebskosten der Pump-and-Treat-Anlage schnellstmöglich zu senken bzw. ganz einzusparen. Eine vollständige Auskofferung der restlichen, LCKW-belasteten Areale in ca. 12 bis 15 m Tiefe unterhalb des komplett neu entwickelten Areals kam schlichtweg nicht in Frage.
Lösung
In Abstimmung mit der Gemeinde und dem Umweltamt wurde beschlossen, eine Quellensanierung der LCKW-haltigen Mergel- und Schluffstrukturen unterhalb des 1. Grundwasserleiters durchzuführen.
Aufgrund des schwierigen Untergrunds kam am Standort unser spezielles Feststoffinjektionsverfahren (TSE® – targeted solids emplacement) zum Einsatz. Mit dessen Hilfe wurden Oxidationsmittel direkt in den LCKW-haltigen Schluff- und Mergelstrukturen lagenweise mit hoher Reichweite im Untergrund gezielt platziert. Um auch wasserunlösliche Schadstoffe besser zu erreichen und zu behandeln, wurde zusätzlich zu den Oxidationsmitteln eine Tensidlösung verwendet.
Ergebnis
Im Ergebnis bewirkte die In-situ-Sanierungsmaßnahme mit spezieller Berücksichtigung des LCKW-Nachlieferungspotenzials in den stauenden Strukturen eine deutliche, dauerhafte Verminderung der LCKW-Konzentrationen im betroffenen Grundwasser. Der Aufwand für die hydraulische Sicherungsmaßnahme am Standort konnte auf diese Weise deutlich reduziert werden.
Details der erfolgreichen In-situ-Sanierung: Referenzprojekt ansehen
Lassen Sie uns die Komplexität Ihres Standorts einordnen
Auch bei schwierigen Untergrundstrukturen gibt es eine erfolgsversprechende Sanierungsmaßnahme für Ihren Standort. Mit Hilfe unserer langjährigen Erfahrung und unserem breiten Spektrum an möglichen Techniken entwickeln wir die passende Strategie für Ihr Anliegen.