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Wie gelangen PFAS in den Boden? Mehr Quellen als viele denken

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PFAS gelten als „Ewigkeitschemikalien“ – einmal in der Umwelt, bauen sie sich praktisch nicht mehr ab. Was viele nicht wissen: PFAS gelangen nicht nur über einen einzigen, offensichtlichen Weg in Boden und Grundwasser, sondern über eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Quellen, die oft weit auseinanderliegen.

Wer mehr über die Chemie und Herkunft der Stoffgruppe erfahren möchte, findet die Grundlagen in unserem Beitrag „Was sind PFAS?“.

Hier geht es um die Frage: Was sind die Hauptursachen für PFAS-Kontaminationen im Boden?

Feuerlöscharbeiten

Über Jahrzehnte kamen PFAS-haltige Löschschäume bei Feuerwehrübungen, Industriebränden und in stationären Löschanlagen zum Einsatz.
Der Eintragspfad ins Grundwasser ist dabei oft unspektakulär: Automatische Löschanlagen können bspw. unbeabsichtigt ausgelöst werden und bedecken ganze Firmengelände mit Löschschaum, der mit dem nächsten Regen ins Erdreich sickert.
Auch bei akuten Bränden, etwa auf Autobahnen, kann das besonders in Trinkwasserschutzgebieten kritisch werden. Einen zusätzlichen, oft übersehenen Eintragsweg bieten alte, klassisch mit Brechsand, Kies oder Splitt verfüllte Sondierungsbohrungen. Diese wirken wie ein direkter Kanal für Schadstoffe ins Grundwasser.

Mit der neuen EU-Verordnung 2025/1988 wird der Einsatz PFAS-haltiger Löschschäume nun schrittweise verboten. Wer heute noch damit arbeitet, kann an früheren Einsatzorten mit einer bereits bestehenden Bodenbelastung rechnen.

Flughäfen

Auf Flughäfen kommen gleich zwei PFAS-Quellen zusammen: PFAS-haltige Komponenten in der Flugzeugtechnik und der wiederholte Einsatz löschschaumbasierter Brandbekämpfung bei Übungen und Ernstfällen. Da Flughäfen über Jahrzehnte betrieben werden und großflächig versiegelte wie unversiegelte Bereiche kombinieren, zählen sie zu den Standorten mit besonders komplexen PFAS-Belastungsbildern.

Papierschlamm

In der Papierproduktion wurden PFAS lange als Beschichtungsmittel eingesetzt, etwa um Verpackungen fett- und wasserabweisend zu machen. Die dabei anfallenden Schlämme wurden – oft ohne Wissen um ihre PFAS-Belastung – über Jahre auf Feldern oder Deponien entsorgt und so zu einer Eintragsquelle in Boden und Grundwasser.

Galvanik

In der metallverarbeitenden Industrie dienen PFAS als Netzmittel in Prozessbädern der Galvanik. Sie reduzieren die Oberflächenspannung und verhindern das Aufsteigen giftiger Dämpfe. Jedoch mit dem Nebeneffekt, dass die PFAS über Abwässer und Altlasten in den Untergrund gelangen können.

Deponien und Altablagerungen

Wo PFAS-haltige Materialien abgelagert wurden, sickert Regenwasser durch den Abfallkörper und trägt die Stoffe in das Sickerwasser. Gerade ältere Deponien, die vor Einführung moderner Abdichtungsstandards angelegt wurden, sind hiervon häufig betroffen.

Textilverarbeitung

Als Imprägniermittel machen PFAS Textilien wasser- und schmutzabweisend – von Outdoor-Bekleidung bis zu technischen Geweben. Produktionsstandorte der Textilveredelung zählen deshalb zu den klassischen Verdachtsflächen, wenn es um historische PFAS-Einträge geht.

Landwirtschaftliche Flächen

Auch auf den ersten Blick unauffällige Ackerflächen können betroffen sein: Wurden PFAS-belastete Komposte oder Klärschlämme zur Bodenverbesserung ausgebracht, gelangen die Stoffe direkt in landwirtschaftlich genutzte Böden – und potenziell in die Nahrungskette.

Atmosphärische Deposition

Nicht jede Belastung hat eine lokale Quelle direkt vor Ort. PFAS können auch über die Luft transportiert werden, etwa aus Emissionen der fluorchemischen Industrie, und sich großflächig über weite Entfernungen in Böden ablagern – fernab vom eigentlichen Verursacher.

Warum das für Standortbetreiber relevant ist

All diese Pfade haben eines gemeinsam: Die Kontamination setzt sich über Jahre im Untergrund fest und kann unbemerkt ins Grundwasser übergehen – bis eine Untersuchung, ein Grundstücksverkauf oder eine behördliche Auflage die Belastung ans Licht bringt.

Wer die möglichen Quellen einer historischen Belastung kennt, kann frühzeitig gezielt prüfen lassen – statt von einem Befund überrascht zu werden.

Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen

Als Sanierungsunternehmen unterstützen wir Sie bei der Untersuchung und Sanierung PFAS-belasteter Standorte – mit In-situ-Verfahren, die PFAS direkt vor Ort aus Boden und Grundwasser entfernen, ohne dass ein Bodenaustausch nötig ist.

Erfahren Sie, wie wir PFAS-Belastungen im Boden und Grundwasser beseitigen.