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In-situ vs. Ex-situ Sanierung: Warum Bodenaustausch oft die schlechtere Wahl ist

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Bei der Sanierung kontaminierter Böden und Grundwasserleiter fällt schnell die Entscheidung zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Wegen: dem Aushub und Abtransport des belasteten Materials (Ex-situ) oder der Behandlung direkt am Standort (In-situ). Auf den ersten Blick wirkt der Bodenaustausch simpel und schnell. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass diese Methode häufig mit erheblichen Nachteilen verbunden ist, die In-situ-Verfahren elegant umgehen.

Was steckt hinter beiden Ansätzen?

Bei der Ex-situ-Sanierung wird kontaminiertes Material ausgehoben und entweder in mobilen Anlagen behandelt oder zur Entsorgung abtransportiert – etwa per Bodenwäsche, thermischer Desorption oder Deponierung. Bei der In-situ-Sanierung bleibt der Boden hingegen an seinem Platz. Schadstoffe werden direkt im Untergrund durch chemische, biologische oder physikalische Prozesse abgebaut, gebunden oder ausgewaschen.

Auf einen Blick:

Ex-situ (Aushub)In-situ (Behandlung vor Ort)
Flächenverbrauch & Transporthochentfällt
CO₂-Bilanzbelastenddeutlich geringer
Einsatzgrenze bei Tiefe/Bebauungtechnisch/wirtschaftlich limitiertauch bei tiefliegenden oder überbauten Schäden möglich
Standortnutzung während der Sanierungmeist eingeschränkt oder Baustoppin der Regel im laufenden Betrieb möglich

Die Schwachstellen der Ex-situ-Sanierung

So schnell der Aushub auf dem Papier wirkt, so problematisch ist er in der Praxis oft: Große Erdbewegungen bedeuten massive Eingriffe in Boden und Fläche, hohe Transportmengen, erhebliche CO₂-Emissionen und beträchtliche Kosten für Aushub, Transport und Entsorgung. Häufig wird das Problem dabei gar nicht gelöst, sondern lediglich verlagert – von der eigenen Fläche auf eine Deponie oder externe Behandlungsanlage.

Noch gravierender: Bei tiefliegenden Kontaminationen stößt der Aushub schlicht an technische und wirtschaftliche Grenzen. Verunreinigungen in 20 Metern Tiefe oder unterhalb bestehender Gebäude lassen sich mit einem Bagger kaum wirtschaftlich erreichen. In solchen Fällen bleibt oft nur die dauerhafte Sicherung über Pump-and-Treat-Anlagen. Dabei besteht das Risiko, dass daraus eine sogenannte „Ewigkeitsmaßnahme“ wird, die über Jahrzehnte Betriebskosten verursacht, ohne den eigentlichen Schaden zu beseitigen.

Hinzu kommt: Der Aushub erzwingt in der Regel einen Baustopp oder die Stilllegung des betroffenen Bereichs. Für Standorte, die weiter genutzt, vermietet oder kurzfristig entwickelt werden sollen, ist das ein erheblicher wirtschaftlicher Nachteil. Wertvolle Zeit und Nutzungsmöglichkeiten gehen verloren, nur um Erdreich zu bewegen, das im Grunde auch an Ort und Stelle behandelt werden könnte.

Warum In-situ-Verfahren die überzeugendere Alternative sind

Genau an diesen Schwachpunkten setzen In-situ-Technologien an. Da der Boden nicht bewegt werden muss, entfallen Flächenverbrauch, Transportaufwand und ein Großteil der CO₂-Belastung. Gerade bei tiefliegenden oder unter Gebäuden liegenden Schäden – dort, wo der Aushub praktisch unmöglich ist – bleibt die In-situ-Behandlung oft die einzig realistische und zugleich wirtschaftlichste Lösung.

Ein weiterer entscheidender Vorteil: In-situ-Verfahren lassen sich bei laufendem Betrieb durchführen. Produktionsflächen, Gewerbeimmobilien oder innerstädtische Grundstücke müssen während der Maßnahme nicht stillgelegt werden. Dies ist ein Aspekt, den die Ex-situ-Methode praktisch nie bieten kann.

Wie Sensatec diese Vorteile in der Praxis nutzt

Sensatec hat sich seit der Unternehmensgründung 2005 konsequent auf innovative In-situ-Sanierungsverfahren spezialisiert und beschäftigt heute über 60 Fachleute an mehreren deutschen Standorten. Das Portfolio reicht von biologischen und chemischen In-situ-Verfahren bis hin zu thermischen und physikalischen Sanierungsverfahren. Von der  Bohrtechnik über die selbst entwickelte In-situ-Sensortechnik bis zur Anlagensteuerung und Prozessüberwachung bietet Sensatec sämtliche Leistungen im eigenen Hause an.

Wie deutlich In-situ-Technik dem klassischen Aushub überlegen sein kann, zeigt ein Fall aus Stuttgart-Feuerbach. Trotz umfangreicher vorheriger Auskofferung bestand dort weiterhin eine erhebliche Chrom(VI)-Belastung im Grundwasser des Untergrunds– gesichert über eine Pump-and-Treat-Anlage, die als dauerhafte „Ewigkeitsmaßnahme“ drohte. Erst ein günstiges Zeitfenster vor der städtebaulichen Entwicklung der Fläche ermöglichte es Sensatec, ein innovatives In-situ-Verfahren mittels tensidgestützter Extraktion umzusetzen, das neben dem Hauptschadstoff auch begleitende LCKW-Belastungen im Grundwasser verbesserte. Der Aushub allein hatte das Problem also nicht gelöst – erst die gezielte In-situ-Behandlung brachte den Durchbruch.

Auch bei komplexen CKW-Belastungen zeigt sich der Unterschied. Bei einer ehemaligen chemischen Reinigung mit Grundwasserbelastungen über 100 mg/l erwies sich im direkten Variantenvergleich die In-situ-chemische Oxidation mit Natriumpermanganat, kombiniert mit hydraulischer Abstromsicherung, als klar überlegene Lösung gegenüber einem Bodenaustausch. Durch die großflächige Verteilung des Oxidationsmittels im Untergrund wurden die Sanierungsziele nachweislich und dauerhaft erreicht, wie das nachsorgende Monitoring bestätigte.

Zusätzlich setzt Sensatec bei biologisch abbaubaren Schadstoffen wie LCKW auf aktiv geführte Zirkulationszellen. Über kontinuierlich betriebene Kreisläufe wird ein organisches Substrat großräumig verteilt, um den natürlichen mikrobiellen Abbau gezielt und nachhaltig zu beschleunigen, wobei der direkte Kontakt zwischen Substrat, Mikroorganismen und Schadstoff die entscheidende Voraussetzung für den Sanierungserfolg bildet.

Fazit

Der Bodenaustausch mag auf den ersten Blick schnell und greifbar wirken. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass er bei tiefliegenden, großflächigen oder betrieblich sensiblen Schäden an seine Grenzen stößt. Zudem verursacht ein Austausch hohe Folgekosten und Probleme werden oft nur verlagert statt gelöst. In-situ-Technologien, wie sie Sensatec einsetzt, bieten hier die nachhaltigere, wirtschaftlichere und praxistauglichere Alternative – mit dem entscheidenden Vorteil, dass der Standort während der Sanierung nutzbar bleibt.

Sie möchten wissen, welches In-situ-Verfahren für Ihren Standort infrage kommt?