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128 Jahre Industriegeschichte, eine nachhaltige Lösung: Kohlenwasserstoff-Sanierung in Lauchhammer

Am Standort „ehemalige Kokerei Lauchhammer“ wurde in der Zeit von ca. 1952 bis 1990 Braunkohle verschwelt. Die festen Verschwelungsrückstände wurden auf dem Gelände der Kokerei abgelagert und haben zu starken Einträgen aliphatischer und aromatischer Kohlenwasserstoffe in das Grundwasser bis in über 50m Tiefe geführt. Außerdem wurden in unterschiedlichen Teufenbereichen auch Braunkohleflöze mit organischen Schadstoffen durchtränkt. Da eine direkte Quellensanierung nicht umsetzbar ist, sollte die Schadstoff-Fahne durch eine In‑situ‑biologische Sanierung langfristig gesichert werden.

Auftraggeber
LMBV mbH
Fläche
Ca. 100.000 m²
Leistungszeitraum
2015 bis fortlaufend
Methode
Modellgestützte Ausbreitungsmodelle für die Kontaminationsfahne Bioxwandverfahren
Schadstoffe
Aliphatische (Alphate) und aromatische Kohlenwasserstoffe (Aromaten), Dichte, nichtwässrige Flüssigkeit (DNAPL), Ein- oder mehrkernige zyklische Kohlenwasserstoffverbindungen (NSO-Heterozyklen), Leichte, nichtwässrige Phasenflüssigkeit (LNAPL)
Fragen zum Projekt
Ihre Ansprechperson
Dr. Stephan Hüttmann

Zentrale Leistungen

  • Konzeption einer In-situ-biologischen Sanierung eines Kohlenwasserstoff- und Phenol-Grundwasserschadens
  • Technische Realisierung der biologischen Reinigungszone und des Sauerstoff-Gaseintrags in das Grundwasser
  • Hydrogeologische Modellierung für die Fahnenausbreitung
  • Technische Betreuung der In-situ-Anlagentechnik
  • Durchführung eines Monitoringprogramms zur Eigenkontrolle
  • Fachtechnische Betreuung der Ölphasenentnahme in Höhe von bis zu 20to/a
  • Fachtechnische Beratung des Kunden in Fragen der hydraulischen Modellierung und Anlagensteuerung sowie des Monitoringprogramms

Kundennutzen

  • Eindämmung der Kontamination
  • Sicherung der Grundwasserfahne
  • Hydrogeologische Modellierung lieferte wichtige planerische Beiträge zum abschließenden Fahnensicherungskonzept
  • Nachhaltigkeitsaspekte durch Fokus auf aktive Stimulation biologischer Abbauprozesse berücksichtigt

Laufender Betrieb: Eindämmung Schritt für Schritt

Am Standort werden die Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen mit Hilfe des Bioxwandverfahrens kontinuierlich umgesetzt, um die Ausbreitung der Kontamination nachhaltig zu begrenzen und das Grundwasser langfristig zu schützen.

  • Kontrolle der Kontaminationsfahne durch biologische Barrieren
  • Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der Schadstoffe
  • Laufende Optimierung der Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen

Durch die biologische Sicherung wird die Kontamination gezielt eingedämmt und die Umweltsituation am Standort nachhaltig verbessert

Die Lösung: Sauerstoff als Katalysator für biologischen Abbau

Im Fokus der Sanierung steht eine moderne biologische In-situ-Technologie, die direkt im Grundwasser wirkt. Innerhalb einer speziell eingerichteten Reinigungszone wird Sauerstoff gezielt eingebracht. Dadurch werden natürliche, biologische Abbauprozesse aktiviert und beschleunigt. Der Vorteil: Die Schadstoffausbreitung wird aktiv verhindert – ohne aufwendige Eingriffe an der Oberfläche. Das spart Ressourcen und schont die Umwelt.

Den Untergrund verstehen: Modellierung als Grundlage jeder Entscheidung

Um die Entwicklung der Kontamination besser zu verstehen und vorauszusehen, kommen detaillierte hydrogeologische Modelle zum Einsatz. Diese ermöglichen fundierte Prognosen über die Ausbreitung der Schadstofffahne. Auf dieser Basis lassen sich Maßnahmen nicht nur planen, sondern auch dynamisch anpassen und optimieren. Das Ergebnis ist eine deutlich höhere Effizienz und Planungssicherheit.

Technische Betreuung: Kontinuierliches Monitoring für höchste Sicherheit

Die gesamte In-situ-Anlagentechnik wird laufend überwacht und technisch betreut. Ein umfassendes Monitoringprogramm liefert kontinuierlich Daten zur Eigenkontrolle und Qualitätssicherung. Zusätzlich wird die Ölphasenentnahme fachlich begleitet, sodass alle Prozesse reibungslos ineinandergreifen und dauerhaft stabil bleiben.

Fazit: Biologische Barriere hält – und der Untergrund erholt sich

Die Kombination aus biologischer Reinigungszone, präziser hydrogeologischer Modellierung und kontinuierlichem Monitoring zeigt Wirkung: Die Schadstofffahne ist unter Kontrolle, die Ölphasenentnahme läuft stabil, und der Untergrund erholt sich messbar. Lauchhammer ist ein Beleg dafür, dass selbst großflächige Altlasten aus der Schwerindustrie langfristig und nachhaltig beherrschbar sind – wenn Technologie, Daten und Erfahrung zusammenkommen.