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Bildgebende Sondierverfahren

Bevor eine Sanierungsmaßnahme geplant werden kann, muss der Untergrund und sein Aufbau gutverstanden sein. Bildgebende Sondierverfahren liefern kontinuierliche, hochauflösende Daten zu Bodenaufbau, hydraulischen Eigenschaften und Schadstoffverteilung – und das direkt vor Ort, ohne aufwendige Laboranalytik abzuwarten.
Sensatec setzt hierfür die DirectSense- oder DirectImage-Technologie der Fa. Geoprobe® ein: Verschiedene Sondentypen werden dynamisch-statisch in den Untergrund eingebracht und liefern durchgängige Tiefenprofile, die eine nahezu lückenlose vertikale und horizontale Kartierung des Untergrunds und eines vorhandenen Schadens ermöglichen. Je nach Fragestellung kombinieren wir die Verfahren, um sowohl die geologische Schichtung als auch die Schadstoffsituation zuverlässig zu erfassen.

EC-Sondierung (Electrical Conductivity)

Das Ziel dieses Verfahrens ist es, eine geologische Schichtaufnahme des Untergrundes zu erstellen.

Das Geoprobe® Electrical Conductivity (EC) System ermöglicht eine Bestimmung von Bodenklassen durch Anlegen eines elektrischen Stromes und Messung der Leitfähigkeit. Höhere elektrische Leitfähigkeiten sind typischerweise für feinkörnige Sedimente, wie Schluffe und Tone repräsentativ, während Sande und Kiese deutlich niedrigere Leitfähigkeiten aufweisen.

Die EC‐Sonde gibt es in zwei verschiedenen Konfigurationen, Dipol Array und Wenner Array. Beide Konfigurationen haben dieselbe Funktionsweise. Durch den die Sonde umgebenden Boden wird zwischen zwei Sondenkontakten ein Strom geschickt. Dieser Strom wird zusammen mit der auftretenden Spannung gemessen, die resultierende Leitfähigkeit wird berechnet.

MIP-Sondierung (Membrane Interface Probe)

Mittels MIP‐Sondierungen (Membrane‐Interface‐Probe) können Altlastenerkundungen von flüchtigen Schadstoffen in der gesättigten und ungesättigten Zone bildgebend und beprobungslos gegen die Tiefe durchgeführt werden.

Die MIP‐Sonde wird in den Untergrund im rammenden bzw. drückenden Verfahren abgeteuft. Die Sonde erhitzt ihre Umgebung durch einen integrierten Heizblock auf etwa 121 °C. Dieser stellt sicher, dass die Aufheiztemperaturen möglichst konstant und mit mind. Temperatur 100°C vorliegen. Die im Grundwasser gelösten bzw. an Bodenpartikel sorbierten organischen Schadstoffe werden mobilisiert (Thermoresorption), über eine Polymer‐Membran adsorbiert und in die Sonde geleitet.
Anschließend gehen die Schadstoffe in das Trägergas (Stickstoff) über das im Kapillarschlauch im Gestänge enthalten ist und werden von diesem in Richtung Oberfläche transportiert.

Das Gas wird von Detektoren ionisiert. In einer Laboreinheit wird eine halbquantitative Messung des Gases bzw. der Schadstoffe als Gesamtstoffsummenparameter vorgenommen. Die Messung wird durch eine Detektoren‐Kopplung von PID (Photoionisationsdetektor), FID (Flammenionisationsdetektor) und DELCD (Trockener elektrolytischer Leitfähigkeitsdetektor) durchgeführt.
Zeitgleich zu den Schadstoffmessungen im Boden sowie im Grundwasser erfolgt parallel eine Aufnahme des geologischen Untergrundprofils (MIP/EC‐Kopplung).

HPT-Sondierung (Hydraulic Profiling Tool)

Das HPT‐System wurde von Geoprobe Systems zur geohydrologischen Charakterisierung von Böden entwickelt. Mit dem HPT‐Verfahren werden Sondierbohrungen zur Aufnahmen der hydraulischen Leitfähigkeit sowie der Lithologie des Untergrundes bildgebend und beprobungslos gegen die Tiefe durchgeführt. Das Verfahren erlaubt insbesondere bevorzugte Migrationspfade des Grundwassers bzw. von Schadstoffen im Untergrund zu erkunden.

Die HPT‐Sonde wird in den Untergrund im rammenden bzw. drückenden Verfahren mit einer festen Vorschubgeschwindigkeit von 2 cm/s abgeteuft.
Während des Bohrvorganges wird kontinuierlich Wasser mit einer Durchflussmenge von 300 ml/min durch eine Membran der HPT‐Sonde gepumpt. Der resultierende Injektionsdruck wird über die Tiefe aufgezeichnet, woraus auf die hydraulischen Eigenschaften des Bodens geschlossen werden kann. Eine niedrige Druckreaktion würde eine höhere hydraulische Leitfähigkeit anzeigen. Umgekehrt würde eine hohe Druckreaktion eine vergleichsweise geringe hydraulische Leitfähigkeit anzeigen.
Parallel zum Porenwasserdruck wird die Leitfähigkeit des anstehenden Bodenmaterials aufgenommen. Höhere elektrische Leitfähigkeiten sind typischerweise für feinkörnige Sedimente, wie Schluffe und Tone repräsentativ, während Sande und Kiese deutlich niedrigere Leitfähigkeiten aufweisen. Die Messung der relativen elektrischen Leitfähigkeit wird in Wenner‐Anordnung (4‐Pol) durchgeführt.

Weitere Verfahren zur Standortbewertung