- In-situ-Verfahren zur physikalischen Reinigung
- Fördertechnik
- Errichtung von speziellen Edelstahl-Pegeln für Heißwasser-Infiltration
- Aufbau und Betrieb einer 150 kW-Durchlauferhitzer-Anlage inkl. Steuerung
- In-situ-Temperatursensor-Netz für die Überwachung der Wärmefront in-situ
- Betrieb eines online-Gaschromatographen für den Schadstoffaustrag
Wenn ISCO und Biologie nicht reichen: Thermische LCKW-Sanierung mit Hot-Water-Flushing an einer ehemaligen Großwäscherei
Nicht jeder Schadensfall lässt sich mit einem einzigen Verfahren lösen – manchmal braucht es eine Kombination aus Erfahrung, Analyse und dem richtigen Folgeverfahren. An einer ehemaligen Großwäscherei wurden nach einer Havarie mehrere hundert Liter LCKW – hauptsächlich PCE – in den Untergrund eingetragen. Weder eine chemische Oxidation mittels ISCO noch eine biologische In-situ-Sanierung konnten den Schaden wirksam eliminieren. Die Lösung kam schließlich aus der Thermik: das Hot-Water-Flushing-Verfahren – physikalisch, effizient und ohne Tensideinsatz.
Zentrale Leistungen
Kundennutzen
- Schadstoffmobilisation ohne Einsatz von chemischen Reagenzien
- Hohe Wirksamkeit für den physikalischen Schadstoffaustrag
Eine Havarie, zwei gescheiterte Ansätze – und eine neue Idee
Der Schadenseintrag war erheblich: Hunderte Liter PCE hatten sich im Untergrund verteilt und auf einem Grundwasserstauer als Schadstoffphase in „Pfützen“ abgesetzt – schwer zugänglich, hartnäckig und resistent gegenüber den bisher eingesetzten Verfahren.
Die schwere Zugänglichkeit der LCKW und deren „Pfützenbildung“ im Übergangsbereich zum Beckenschluff erschwerte letztlich auch die vorherige Anwendung von In-situ-Alternativen ISCO und Bioabbau. Beide Ansätze wurden am Standort erprobt – mit unzureichendem Ergebnis. Das Gutachterbüro empfahl daraufhin einen anderen Weg: Hot-Water-Flushing – die gezielte thermische Mobilisierung der Schadstoffphase durch heißes Wasser in Kombination mit einer gezielten Erfassung der Mobilisate über eine hydraulische Sicherungsmaßnahme.
Die Lösung: Hitze statt Chemie
Das Prinzip des Hot-Water-Flushing ist so wirkungsvoll wie elegant. Zuvor aufgereinigtes Grundwasser wird auf rund 90 °C erhitzt und gezielt durch die kontaminierte Zone gespült. Die Wärme löst die auf dem Grundwasserstauer befindlichen LCKW-Phasenanteile auf und mobilisiert sie – ohne den Einsatz von Tensiden oder anderen Chemikalien.
Das mobilisierte Schadstoff-Wasser-Gemisch wird anschließend hydraulisch erfasst, abgepumpt und aufbereitet. Der Prozess bewirkt eine physikalische Reinigungswirkung des Untergrundes mit deutlich höheren LCKW-Austragsraten als jahrzehntelanges Abpumpen ohne Temperaturanhebung.
Pilotphase: Erst testen, dann ausweiten
Vor der großflächigen Umsetzung stand ein gezielter Pilottest in einem Teilbereich der Kontamination. Die dabei erzielten LCKW-Austragsraten bestätigten eindrucksvoll die Wirksamkeit des Verfahrens. Auf dieser Grundlage folgte der Auftrag zur Ausweitung auf das Gesamtareal – eine Entscheidung, die durch die Pilotdaten gut abgesichert wurde.
Technische Umsetzung: Präzision auf 90 Grad
Das Herzstück der Anlage war ein 150 kW-Durchlauferhitzer mit elektrischer Steuerung, der vor Ort errichtet und über den gesamten Leistungszeitraum betrieben wurde.
Die technische Ausstattung im Überblick:
- 150 kW-Durchlauferhitzeranlage inkl. elektrischer Steuerung
- In-situ-Temperatursensoren zur kontinuierlichen Überwachung der Wärmeausbreitung im Untergrund
- Mobile GC-Anlage im Förderstrom zur Echtzeit-Analyse der Schadstoffaustragsraten
- Pumpen- und Messtechnik zur Prozesssteuerung
Die Kombination aus thermischer Behandlung, Temperaturmonitoring und analytischer Echtzeitkontrolle ermöglichte eine präzise Steuerung des gesamten Sanierungsprozesses – über einen Leistungszeitraum von 2014 bis 2021.
Fazit: eine hohe Reinigungsleistung für LCKW im Untergrund kann auch mit heißem Wasser erzielt werden
Dieses Projekt zeigt, dass Schadstoffphasen im Grenzbereich zwischen Grundwasserleiter und Grundwasserstauer weder für chemische noch für biologische Verfahren zugänglich sind, wohl aber für ein thermisches Verfahren. Hot-Water-Flushing hat dort überzeugt – ohne Chemikalieneinsatz, mit hohen Austragsraten und nachhaltiger Wirkung. Eine Lösung, die Geduld, Präzision und das richtige Verfahren erfordert – Hot Water Flushing hat genau das geliefert.